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Bar
im Hotel Castell in Zuoz, Engadin. Der Barumbau ist wie eine Herztransplantation zu verstehen; dem
aus der Jahrhundertwende stammenden Hotel wurde ein pulsierendes,
künstliches, rotes Herz eingesetzt. Das Ziel war einen Ort
zwischen Traum und Wirklichkeit zu inszenieren, in die der Barbesucher
eintauchen kann. Er soll die Wirkung des Alkohols, nämlich
die Entkrampfung des Körpers und die Entspannung der Seele
visualisieren. Die Form der Bar generierte sich jedoch aus der räumlichen
Situation heraus und zeigt sich als funktional optimal. Zusätzlich
passt sie ins Thema des Fliessenden; der fugenlose Bartresen fliesst
selbst wie eine Flüssigkeit. Es wurden Materialien gewählt,
die eine möglichst fugenlose Verarbeitung ermöglichen,
was eine entmaterialisiertes Erscheinungsbild erzeugt und das Künstliche
unterstreicht. Die Oberflächen sollen wie erstarrte Flüssigkeiten
wirken.Die rote Bar strahlt enorme Energie aus. Mit der Beleuchtung
wird sie zum glühenden Lavastrom, an dem man sich wärmen
kann. Insgesamt sollte über die verschiedenen Rot- Orangetöne
eine sinnliche Atmosphäre entstehen, die den Barbesucher umschmeichelt.
Die
Videoinstallation von Pipilotti Rist ist diskret im Flaschengestell
integriert. Bei drei Flaschen wurden "Etiketten" geätzt,
auf denen Videoprojektionen gezeigt werden. Sie sind nochmals eine
Visualisierung des Zustandes, wenn man zu sehr ins Glas geschaut
hat, beziehungsweise in die Flasche. Es ist eine äusserst feine
Art, den Grenzbereich zwischen Phantasiewelt und Wirklichkeit aufzuzeigen.
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