Cemetery Building, Erlenbach. Das direkt am Zürichsee liegende Friedhofareal wird durch die Situierung des neuen Friedhofgebäudes zusammen mit der parallel ausgerichteten Kirche baulich gefasst; die beiden Gebäude treten in einen Dialog und spannen die Grabfelder zwischen sich auf. Das funktional hybride Gebäude wird, im Gegensatz zur Kirche, als Pavillon gedacht, der der weltabgewandten, intimeren Atmosphäre eines Friedhofs dient. Sämtliche Nutzungen werden in einer zwanglosen Form unter einem massiven Dach zusammenfasst. Im Kern liegen die Aufbahrungsräume, die über einen gegen den Friedhof verglasten Gang erschlossen werden, der durch grüne, meist opake Gläser einen Sichtschutz bietet und einen wichtigen Zwischenbereich in der Vorbereitung auf die Begegnung mit dem Verstorbenen bildet. Die Aufbahrungsräume erhalten durch die Auskleidung mit Nussbaumholz und den zenitalen Lichteinfall eine angemessene Erhabenheit, aber auch Wärme und Wohnlichkeit. Die Introvertiertheit der Räume ermöglicht die nötige Ruhe für Trauer und Abschiednehmen.
Der Besucherraum und der gedeckte Aussenraum befinden sich am schönsten Ort auf den See ausgerichtet, wo kleine Trauerfeiern stattfinden können. Zwei perforierte, ornamentale Wandelemente aus Beton schaffen im gedeckten Aussenbereich eine geschützte und zugleich feierliche Atmosphäre.
Die archaische Betonkonstruktion wird durch die Leichtigkeit der Glasfassade spannungsvoll kontrastiert und erzeugt eine abstrakte Symbolik. Durch die Farbgebung der Fassadengläser in verschiedenen Grün- und Brauntönen wird der Pavillon Teil der ihn umgebenden Natur und knüpft an eine lange Tradition der Verwendung von farbigem Glas in Sakralbauten der unterschiedlichsten Kulturen an. Der architektonische Ausdruck des Gebäudes soll in der Bewältigung der Ausnahmesituation, in der sich Trauernde befinden, unterstützend wirken und einen würdevollen, zeitgemässen Rahmen für die Trauerrituale aller Konfessionen bilden.

Project: AFGH, Project Leader: Regula Zwicky
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Andreas Fuhrimann Gabrielle Hächler Architekten Zürich